Alexa Mohl - Der Zauberlehrling

Das NLP Lern- und Übungsbuch

 

Junfermann Verlag, Paderborn, 2006

 

"Lernen mit NLP ist hochwirksam. Es hilft, Prüfungsängste zu überwinden ebenso wie das Rauchen aufzugeben, sich selbst zu motivieren, selbstbewusst aufzutreten, in der Liebe erfolgreich zu sein oder im Beruf voranzukommen - um nur einige Beispiele zu nennen. Die hohe Wirksamkeit des Lernens mit NLP zeigt sich auch in der geringen Zeit, die dafür aufgebracht werden muss. Ein einziger Übungsdurchgang kann zum Ziel führen. Ein in NLP ausgebildeter Berater oder Therapeut benötigt wenige Sitzungen, wo andere jahrelange Lern- und Therapieprogramme durchführen.

NLP ermöglicht einem Menschen nicht nur, der zu werden der er sein könnte, sondern darüber hinaus, der er sein möchte. Dieses Buch stellt die Potentiale, die die NLP-Begründer und NLP-Praktiker der ersten Generation gesammelt und entwickelt haben, in einer systematischen und leicht lernbaren Form dar."

 

zu bestellen in der Buchhandlung Avalon ...

 

 

Alexa Mohl - Der Wächter am Tor zum Zauberwald

Therapeutische und pädagogische Metaphern - Lauter schöne Geschichten

 

Junfermann Verlag, Paderborn, 2006

 

Geschichten, Mythen und Gleichnissen, aber auch Parabeln, Märchen und Fabeln ist eines gemeinsam: Sie vermitteln Vorstellungen, Ideen und Lebenseinstellungen nicht direkt, sondern in Form von etwas anderem, Vergleichbarem, das die Phantasie anregt, die Gedanken belebt und die Annahme von Schlussfolgerungen erleichtert. Geschichten transportieren theoretische Vorstellungen und praktische Einstellungen, für die die dürre Logik der Sache selbst keinen hinreichenden Ausdruck und der erhobene Zeigefinger des "Du sollst!" keinen überzeugenden Anreiz zum Handeln besitzt. Metaphern, Mythen und Gleichnisse haben eine Kraft, nicht nur die Aufmerksamkeit zu erregen, sondern auch die Vorstellungskraft an den eigentlichen Inhalt zu binden.

Was in diesen Geschichten die Aufmerksamkeit auf sich zieht, sind innere und äußere Probleme. In all diesen Geschichten gerät immer irgend jemand in irgendeine schwierige Situation, die er auf irgendeine Art und Weise bewältigt oder in der er versagt. Geschichten vermitteln dem Zuhörer/Leser eine interessante Botschaft. Sie stellen Probleme dar, zeigen Lösungen für diese Probleme auf und bieten damit neue Möglichkeiten, Zusammenhänge zu erkennen und mit den schwierigen Dingen des eigenen Lebens umzugehen.

Während die meisten Menschen sich jedoch nur höchst ungern von anderen belehren lassen, sind Geschichten lehrreich auf subtile und unaufdringliche, gleichwohl aber höchst wirksame Art und Weise.

 

zu bestellen in der Buchhandlung Avalon ...

 

Leseprobe:

 

Die Puppe

Es war einmal ein armes kleines Mädchen, das wuchs auf ohne Mutter und Vater im Gesindehaus eines Schlosses. Es war so arm, daß es nichts zu essen hatte, als was die Köchin des Grafen ihm abends mitbrachte, und nichts, um seine Blöße zu bedecken, als was die Mägde ihr gaben von dem wenigen, das sie selber besaßen. Aber seine Armut stimmte das kleine Mädchen nicht unglücklich. Es war etwas anderes, das es traurig machte. Es hatte keine Spielgefährtin und auch keine Puppe, der es seine Zuneigung und Zärtlichkeit schenken konnte. Mit wehmütigen Augen schaute es manchmal heimlich verborgen in einem Versteck zu, wie die Kinder des Grafen im Schloßgarten spielten, wie sie miteinander rauften, sich Bälle zuwarfen und zuweilen auch nur einander an die Hand nahmen, die Arme umeinander schlangen, die Haare kämmten, sich Zöpfe flochten und liebevollmit ihren Puppen spielten.

Als das arme Mädchen wieder einmal einen langen Nachmittag voller Sehnsucht dem freundlichen Treiben im Garten des Schlosses zugesehen hatte und sich nach Einbruch der Dämmerung ins Gesindehaus zurückziehen wollte, stand plötzlich eine weißgekleidete Frau mit langen blonden Haaren und großen freundlichen Augen vor ihm und reichte ihm eine herrliche Puppe mit Schlafaugen. "Da, nimm", sagte die Fee. "Und spiel mit ihr. Aber vergiß nicht, sie ist nicht dein Eigentum. Ich leihe sie dir nur. Gib gut acht auf sie. Die Zeit wird kommen, wo ich sie von dir zurückfordern muß." Das arme kleine Mädchen jauchzte auf vor Freude, nahm die Puppe in seine Arme und lief, so schnell es konnte, ins Gesindehaus in die Kammer, wo es sein Lager hatte, und versteckte seinen Schatz unter einer Decke.

Von dem Tage an wurden die Augen des kleinen Mädchens hell. Alle guten Gefühle, die bislang umhergeirrt waren auf der Suche nach einem Wesen, an das sie sich liebevoll hängen konnten, entfalteten sich. Und die Kleine blühte auf und wuchs heran zu einer schönen jungen Frau von schlanker Gestalt, fröhlichem Antlitz und freundlichem Wesen gegen jedermann.

Da stand eines Abends plötzlich wieder die Fee vor ihr und sprach: "Ich bin gekommen, das Geschöpf, das du liebst, von dir zurückzufordern. Es gibt ein anderes Kind, das die Puppe braucht, um Glück zu erfahren." Die junge Frau erschrak. Tränen traten in ihre Augen und sie erwiderte: "Wie kannst du so grausam sein, sie mir nehmen zu wollen? Sie ist das einzige, was ich liebe. Mein Glück hängt daran, daß ich sie habe." - "Dein Schmerz, sie zu verlieren, blendet dich", antwortete die Fee. "Du bist dem Gegenstand deiner Liebe schon lange entwachsen. Schau hin, deine Puppe braucht ein anderes Wesen, das ihr die Liebe gibt, die ihr gemäß ist. Und besinne dich. Auch deine Liebe braucht ein neues Feld, um weiter zu wachsen und zu blühen und neue Früchte zu tragen." Als sie die Tränen der jungen Frau sah, fuhr sie fort: "Erinnere dich an die Geschichte des Hungrigen, der sein letztes Stück Brot hergab, um einen Verhungernden zu speisen. Weißt du noch, wie diese Geschichte ausging?" - "Ja", sagte die junge Frau. "Alle Reichtümer der Welt fielen in seinen Schoß. Aber das ist doch nur eine Geschichte." - "Da hast du recht", erwiderte die Fee. "Aber es ist eine wahre Geschichte, auch wenn ein Dichter sie erfunden hat. Und wenn eine Geschichte wahr ist, wird sie auch wirklich. Bedenke meine Worte wohl und entscheide dich. Ich will morgen kommen und dich fragen."

Als am nächsten Tag die Fee wieder erschien, fand sie die junge Frau mit traurigen Augen vor. Aber bereitwillig gab sie die Puppe her. "Deine Entscheidung war gut", sagte die Fee und verschwand.

Und sie hatte recht. Denn die Liebe der jungen Frau war jetzt frei für neues Wachstum. Ich weiß nicht mehr genau, was aus ihr geworden ist. Mag sein, daß sie Geschichten schrieb, um die Herzen ihrer Mitmenschen leicht und froh zu machen. Mag sein, daß sie Ärztin wurde und ihre Mitmenschen von Schmerz und Krankheit befreite. Auf jeden Fall tat sie wohl an ihren Mitmenschen, nahm Leid von ihnen und schenkte ihnen Glück. Und es waren viele, die sie dafür liebten.

S. 119 f